invisi.gif (43 Byte)
Das Übersetzungsgenie
mit kleinen Fehlern
Der T1 von Langenscheidt übersetzt auch ganze Texte

Gute Übersetzungssoftware ist teuer und selten. Langenscheidt hat einen Text-Übersetzer für Englisch entwickelt, der nicht nur einzelne Sätze, sondern ganze Abschnitte übersetzt. Die Systemanforderungen des "T1 Professional English" sind demnach auch hoch. Ein Pentium mit mindestens 8 MB RAM (besser 16 MB) und 115 MB freier Festplattenspeicher muß vorhanden sein.

Problemlos und schnell verläuft die Installation unter Windows 95 oder Windows 98. Die Bedienung des T1 ist trotz der Fülle an Möglichkeiten und des großen Archivs relativ einfach. Das Übersetzungsfenster, das sich von der Grundeinstellung her sofort öffnet, ist für kurze Passagen oder einzelne Sätze gedacht. In der oberen Hälfte des zweigeteilten Fensters kann der deutsche oder englische Text eingegeben werden, der dann im unteren Abschnitt automatisch nach Eingabe des Befehls "alles markieren" und "Markierung übersetzen" erscheint. Die Schnelligkeit - auch bei längeren Texten - überzeugt.

Für kleinere Büros oder Firmen wird folgende Funktion interessant sein: Es ist möglich, auch aus Microsoft Word 97 oder Word für Windows 95 eine Übersetzung zu starten. Dazu muß unter "Extras" der Befehl "T1 Professional En <=> De" ausgewählt werden. In Word wird dann der Befehl "Dokument übersetzen" aus dem T1-Menü angeklickt. Schon während der Installation fügt der T1 diese Befehle der Word-Menüleiste automatisch hinzu.

So bedienerfreundlich diese Abstimmung ist, so unverständlich und umständlich mutet der verlangte Transfer der Dateien im Word-Format in RTF (Rich Text Format) an.

Wie sieht nun die Qualität der Übersetzung aus? Laut Klappentext soll der T1 auch Sätze analysieren. Überraschenderweise ist der Stil und die Wortwahl bei einer Übersetzung vom Deutschen ins Englische einerseits überzeugend gut, andererseits "kennt" das Programm teilweise einfachste Wörter nicht und verdreht den Satzbau. Immer wieder auffallende Schwachstellen: statt "you" verwendet der T1 häufig "they" (das kann in den Einstellungen geändert werden). Bei "alle" in einem Kontext übersetzt die Software "aller". Und aus dem "Petersberger Steuerpaket" wird "Peter contain control packet". Letzteres Beispiel zeigt, daß insbesondere Eigennamen oder Begriffe auf jeden Fall kontrolliert werden sollten.

Egal wie gut die Texte auf den ersten Blick übersetzt sein mögen, es handelt sich um Rohübersetzungen und es ist sinnvoll, sie noch einmal Korrektur zu lesen und gegebenenfalls auf das integrierte Handwörterbuch oder das Lexikon zurückzugreifen. Das Lexikon kann auch um Begriffe ergänzt werden, wem die 320.000 Grundformen, die 220.000 Stichwörter und die Textbausteine nicht ausreichen.

Wer die Software für Websites nutzen will, der kann auch HTML- Dokumente übersetzen lassen. Hierzu muß der Text in einem Editor wie Wordpad editiert werden, bevor er in einem Browser angezeigt wird.

Der T1 ist ein professionelles Übersetzungsprogramm mit einem beachtlichen Spezialwortschatz aus der EDV. Es ist vor allem für kleinere Ingenieur- oder Redaktionsbüros geeignet, wenn schnell Anleitungen, Briefe oder Artikel zu übersetzen sind.
Gute Englischkenntnisse des Users sind dennoch unabdingbar, um die kleineren Schwachstellen und Fehler auszugleichen. Das umfangreiche Handbuch ist übersichtlich und verständlich formuliert.

Corinna S. Heyn

Langenscheidts T1, Englisch, GMS mbH, Berlin und Langenscheidt KG, Berlin/München 1997. Systemvoraussetzungen: Windows 95/NT, Pentium (empfohlen), mind. 8 MB RAM, 115 MB freier Festplattenspeicher, CD-ROM-Laufwerk, VGA (besser: SVGA). Preis: 598,- DM.