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Auf den Spuren von Umberto Eco

Über den Bestseller von Romain Sardou

Geschichte kann Spaß machen. Insbesondere dann, wenn sie in eine packende Handlung verpackt ist. Umberto Eco bewies sein Können mit dem Erfolgsroman ‘Der Name der Rose’, der Monate lang auf den Bestsellerlisten stand. Der französische Autor Romain Sardou, Sohn des berühmten Chansoniers Michel Sardou ist die Neuentdeckung des historischen Romans auf höchster intellektueller Ebene mit kitzelnder Spannung um die Intrigen am Lateranpalast in Rom.

Sardou webt gewissenhaft drei parallel laufende Handlungsstränge, die gegen Ende des Romans zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Die Sprache ist mit lateinischen Begriffen durchsetzt, die im Anhang ausführlichst erläutert werden. Ein eisiger Winter läßt die Bewohner der Gemeinde Draguan um 1284 erschauern. Das ist jedoch nicht die einzige Unbill, die sie zu ertragen haben. Der undurchsichtige Bischof Haquin zeigt sich wie verwandelt, als er vom Mord der drei Menschen im dreizehnten Dorf der Diözese Draguan - Heurteloup - erfährt. Bald darauf zertrümmert ein großer Mann in Schwarz bei einem unerwarteten Besuch den Schädel des Bischofs und entkommt unerkannt.

Ein wahrer Thriller um Macht und Ohnmacht, um Glaube und Atheismus, um Ehre und Gewissen beginnt. Obwohl das Buch leicht zu lesen ist, sollte jeder Satz gründlich gemerkt werden, um den Sinn der Handlungsschienen zu verstehen. Sardou hat nicht nur einen historischen Thriller verfasst, sondern auch ein Sittenbild der katholischen Kirche im Hochmittelalter geschrieben sowie ein Abbild des harten Alltags im Mittelalter geschaffen. In Frankreich führte ‘Das dreizehnte Dorf’ über Monate die Bestsellerlisten an. Ein hervorragender und atmosphärisch dichter Roman mit hohem Anspruch.

Corinna S. Heyn

 

Romain Sardou, Das dreizehnte Dorf, Karl Blessing Verlag, München. Aus dem Französischen von Karin Meddekis. 416 Seiten, gebunden. 20 Euro/sFr 35,10. ISBN 3-89667-239-8