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Eisiges Schweigen

Camilla Läckberg überrascht erneut mit einem Krimi-Gourmetstück

Fjällbäcka ist ein verschlafener Badeort in Schweden. Die Schönen und Reichen, die dort die Sommerfrische genießen, sind über den Winter verschwunden. Doch genau in dieser scheinbar ruhigen Idylle geschieht ein Mord an einer jungen Frau, die tot in ihrer Badewanne aufgefunden wird. Ihr Name ist Alexandra Wijkner, geborene Carlgren und eine Schulfreundin der Schriftstellerin Erika Falck. Falck hat mit ihrem Gewicht zu kämpfen und trägt bei Rendezvous wie Bridget Jones in ‘Schokolade zum Frühstück’ Stützhöschen, die ihre Pfunde kaschieren.

Sie ist die Hauptfigur in diesem Thriller aus der Feder der bereits prämierten schwedischen Autorin Camilla Läckberg. Ihr gelingt es, auf hohem literarischen und intellektuellen Niveau einen Krimi zu komponieren, dessen Zutaten unter anderem die kristallklar herausgearbeiteten Charaktere aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten sind sowie eine sehr gewählte Sprache. Die Autorin webt einen Teppich aus Versatzstücken mit seinen verwirrenden Einzelteilen, die die Tätersuche auch oder gerade für den Leser alles andere als einfach machen. Denn der hat sich einiges zu merken, bis er den Mörder trifft.

Alexandra bewegte sich in den besseren Kreisen, war aber doch nicht so fein, wie es den Anschein hatte. Ihr Mann Henrik, ein erfolgreicher Geschäftsmann, wirkt undurchsichtig. Alexandra betrog ihn schwer vorstellbar für die Polizei mit einem heruntergekommenen Trinker, der sich als Kunstmaler verdingt. Und dann ist da auch noch die reiche und blasierte Unternehmergattin Nelly Lorentz, die Alexandra hasste, ihre kleine Schwester Julia jedoch mag. Einer der Söhne Nelly Lorentz’, Nils verschwand vor 25 Jahren spurlos. Einen Zeitungsartikel über den mysteriösen Vorfall findet Erika in Alexandras Haus, versteckt in einer Schublade.

Die Autorin geht mit ihrem sehr überraschenden Plot um wie mit einem Rohdiamanten. Erst ist dem Leser scheinbar vollkommen klar, wer der Täter ist, dann aber wird er durch die Details so verwirrt, dass alles offen ist. Ein hervorragender Krimi, der sogar Hitchcock alle Ehre machen würde.

Corinna S. Heyn

 

Camilla Läckberg, Die Eisprinzessin schläft.
Kiepenheuer & Witsch, 2005.
Gebunden. 396 Seiten.