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Ein klerikaler Thriller mit Niveau

Wolfgang Prampel liest ‘Sakrileg’ von Dan Brown

Bedrohlich wirkt die Lesung von Wolfgang Prampel. Seine rauhe, markante, männliche Stimme wird manchem Harrison Ford-Fan bekannt vorkommen. Prampel, der an der Theaterhochschule in Leipzig studierte, ist die deutsche Synchronstimme des amerikanischen Weltstars. Wolfgang Prampel wird der Lesung des düster-bedrohlichen Thrillers rund um eine dubiose Sions-Bruderschaft mehr als gerecht. Der versierte Schauspieler schafft es, mit der Virtuosität seiner Stimme die unterschiedlichsten Stimmungen und somit auch Emotionen zu erzeugen.

Je nach Szene läuft einem entweder ein kalter Schauer über den Rücken, wenn der Sprecher in gefährlich-dunklem Ton eine rituelle Mordszene schildert, oder aber er läßt den Schalk durch eine affektierte Sprechweise hervorblitzen. Manchmal übertreibt Prampel ein wenig, wenn er französische oder englische Dialekte nachspricht. Ganz so, wie es jeder Kabarettist tun würde, der sich über die Briten oder Franzosen lustig macht. Im Vergleich zu den sonstigen Passagen sind diese Dialoge etwas albern.

Brillant hingegen ist hingegen seine sonstige Lesung des Thrillers über den Mord an dem Chefkurator des Louvre und der spannenden Aufklärung der Hintergründe des rätselhaften Mordes und der Eigeninszenierung des Sterbenden während seiner letzten Minuten. Raffiniert eingesetzt sind auch die dramatischen Tonarrangements, die teilweise einen Cut unter ein bestimmtes Kapitel setzen. Die Gesamtspielzeit von 305 Minuten vergeht wie im Fluge. Der Zuhörer wird nicht nur durch Nervenkitzel bei Laune gehalten, sondern auch durch die wilden historischen Theorien der Kirchengeschichte inklusive Templerorden und der Stellung der Maria Magdalena. Aufgenommen wurde die Lesung im DaCapo-Studio in Breckerfeld.

Corinna S. Heyn

 

Dan Brown, Sakrileg. Gelesen von Wolfgang Prampel. Gekürzte Romanfassung. Lübbe Audio 2004. Regie: Kerstin Kaiser. 4 CD’s, 305 Minuten. ISBN: 3-7857-1407-6