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Das Geheimnis der Lady Paxton
Ein neuer Psychothriller von Robert Goddard

Robert Goddards Romane sind ein Garant für atemberaubende Spannung. Auch in "Das Gehemnis der Lady Paxton" zieht der Autor den Leser in einen Sog, dem er sich nur schwer entziehen kann. Genauso wenig wie die Hauptfigur Robin Timariot von dem Fall Paxton. Damit ist bereits eine Brücke zum Hauptdarsteller geschlagen. Eine flüchtige Begegnung während seiner Wanderschaft im Hochsommer auf den Hügeln von Hergest Ridge mit einer rätselhaften wie schönen Unbekannten läßt Robin in den Bann treten. Noch am selben Tag seines Zusammentreffens mit der Fremden, die ihn in ihrem Wagen mitnehmen will, wird sie im Hause eines Kunstmalers vergewaltigt und gemeinsam mit dem Künstler ermordet aufgefunden.

Die Faszination dieser Frau sowie die Tatsache, einer der letzten Zeugen im Leben der Lady Paxton zu sein, lassen Robin Timariot mit der Polizei sowie der Familie der Getöteten in Kontakt treten.

In einer beispiellosen Verflechtung verknüpft Goddard leichtfüßig immer mehr Personen in den geheimnisvollen Mordfall, der viele Fragen offen läßt. Auch oder gerade nach der Verhaftung eines jungen Gelegenheitsdiebes, dessen Spermaspuren bei der Ermordeten gefunden werden und ihn als Schuldigen überführen. Trotz aller stichhaltigen Beweise gegen ihn plädiert er aber auf nicht schuldig. Shaun Naylor befleckt mit seiner Aussage vor Gericht die tugendhafte Lady Louise Paxton mit seiner Behauptung über deren Anmache. Dennoch wird er dennoch zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Roman könnte mit der Überführung des Mörders folglich im ersten Drittel enden. Doch Goddard hat sich einen ganz besonderen Plot ausgedacht. Ein sensationslüsterner Fernsehreporter rollt den Fall erneut auf, um Shaun Naylors Unschuld zu beweisen. Mitbeteiligt an diesem Spiel sind auch die Freundin von Louise Paxton, Sophie Marsden, und - wenngleich unfreiwillig - Robin Timariot. Sophie Marsen stellt Lady Paxton im Fernsehen als Nymphomanin dar.

Dramatische Ereignisse in der gebeutelten Familie Paxton sind die Folge. Eine der Töchter von Sir Keith Paxton hält der Befleckung ihrer Mutter nicht stand und begeht Selbstmord.

Die Spannung des Psychothrillers steigt ins Unerträgliche durch die ständigen Wendungen des Geschehens. Ein plötzliches Mordgeständnis von Paul Bryant, dem Ehemann Rowena Paxtons, bringt die Polizei dazu, einen Justizirrtum einzugestehen und den Fall erneut aufzurollen. Aber es kommt dann doch wieder ganz anders als erwartet.

Wie ein Hase schlägt Goddard Haken und läßt den Leser sich in ein Geflecht von falschen Tatsachen und Vermutungen verirren, bis die Erlösung auf den letzten Seiten ans Tageslicht tritt.

Der Plot ist sehr gut und ausgeklügelt ausgedacht, nur die Rache von Sophie Marsden an ihrer toten Freundin Louise Paxton wirkt etwas weit hergeholt.

Corinna S. Heyn

 

Robert Goddard, Das Geheimnis der Lady Paxton. Goldmann 1997. 511 Seiten. Preis: 16,90 DM.