| Die Zukunft der Arbeit | ||
Zeitarbeit - Telearbeit - Outsourcing Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik ist unverändert hoch. Um die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen, sind Reformen notwendig. In "Zukunft der Arbeit" von Christian Hensch und Uli Wismer, das auf einer gleichnamigen Fernsehreihe basiert, werden neue Formen der Beschäftigung vorgestellt. Die USA machen uns bereits mit der Telearbeit vor, daß neue Wege zum Ziel und zu einer Steigerung der Beschäftigtenzahlen führen können. Flexibilität anstelle von starren, innerbetrieblichen Strukturen, mehr Innovation und die Unterstützung von Firmengründern sind gefragt. Und im Zuge der elektronischen Medien, der globalen Vernetzung durch das Internet werden neue Berufszweige geschaffen, die erfolgversprechend sind. Tele- oder Zeitarbeit sind Schlagwörter, die vermehrt die Runde machen. Für einige Software- und Hardwarefirmen wie IBM oder Siemens Nixdorf gehört Telearbeit zum festen Bestandteil einer fortschrittlichen Firmenkultur. Zu den Vorteilen gehört die bessere Integration von Familie und Beruf, die wegfallenden Anfahrtswege zur Firma, Zeitsouveränität sowie eine gewohnte und angenehme Atmosphäre. Nachteile sind jedoch nicht auszuschließen. Das soziale Umfeld der Arbeitskollegen fehlt, Karrieresprünge sind nicht mehr möglich und ein ungeschütztes Arbeitsverhältnis gibt nur begrenzt Sicherheit. Auch für den Unternehmer hat Telearbeit positive wie negative Seiten. Von Vorteil sind geringere Mieten durch weniger Büroräume, und die kreativen Mitarbeiter können bei Bedarf eingesetzt werden. Dem gegenüber steht die Gefahr des geringen Datenschutzes und ein höherer Koordinierungsbedarf. In dem Band "Zukunft der Arbeit" kommen erfolgreiche Firmengründer zu Wort sowie Umsteiger, die Mut machen, seinen eigenen Traum der Selbständigkeit zu verwirklichen. Auch progressive Unternehmensformen wie die der finnischen SOL, einer Reinigungs- und Abfallbeseitigungsfirma, werden vorgestellt. Die Philosophie besteht entgegen allen hinlänglich bekannten, traditionellen Methoden aus einer flexiblen Arbeitsweise und der Identifikation mit SOL. Auf einen Nenner gebracht: es gibt keine Hierarchien, flexible Arbeitszeiten, Zielvorgaben jedes Einzelnen, wechselnde Schreibtische, Fortbildungskurse, ausreichend Informationen über das Betriebsergebnis jeden Monat sowie ein Bonus-Lohn-System runden diese neue Unternehmensführung ab. So wird ineffektivem Mobbing, Intrigen oder persönlichem Machtstreben ein Riegel vorgeschoben, ohne zu reglementieren zu fühlen. Geschäftsführerin ist eine Frau, Liisa Joronen, mit 3500 Mitarbeitern. "Weniger als 160cm dynamischen Sonnenscheins mit spitzbübischem Gesicht, gewandet in gelber Signalfarbe und trotz beeindruckendem Leistungsausweis entwaffnend unkompliziert und sehr direkt, scheint sich immer sofort alles um diese 53jährige Frau in ihrer extravagant gelben Kluft zu drehen. ...Sie hat SOL aufgebaut und das Experiment gewagt, um auf allen Ebenen erfolgreich zu sein, auf der humanen und sozialen ebenso wie auf der geschäftlichen und numerischen, was für sie ein- und dasselbe ist." Die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird hier groß geschrieben, wie Studien der Universität von Tampere beweisen. Auch die ständigen Studien über Kundenzufriedenheit werden als Anlaß zu einer Weiterentwicklung im positiven Sinne gesehen. Ein positives Beispiel für eine moderne Unternehmensführung. Corinna S. Heyn
Christian Hensch/Uli Wismer, Zukunft der Arbeit. Mit Beiträgen von Will Hutton, Christian Lutz, Jeremy Rifkin, Kari Tapiola. Schäffer Poeschel Verlag 1997, 307 Seiten Joachim Hasebrook/Hartmut Woerrlein, Telearbeit. Ein Computerbesitzer ist nie arbeitslos! tewi Verlag 1996, 128 Seiten, Preis: 24,80 DM. |
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