| Richtig bewerben | ||
| Checklisten und Beispiele von Heide Marie
Karin Geiss Die Autorin Heide Marie Karin Geiss hat ihren Ratgeber "Die schriftliche Bewerbung" aus dem Compact Verlag systematisch gegliedert. Neben der Analyse der Ausgangssituation "Welches berufliche Ziel wird angestrebt? ... Fühlt man sich mit seiner bisherigen Tätigkeit unter- oder überfordert?" wendet sie sich der genauen Betrachtung von Stellenanzeigen zu. Von Chiffre-Anzeigen hält die Autorin nicht allzu viel. So folgert sie: "Unter Chiffre inserieren oft Unternehmen, die nicht preisgeben wollen, daß sie neue Mitarbeiter suchen" und warnt vor Fallen: "Auch unseriöse Firmen inserieren oft unter Chiffre, weil sie natürlich unerkannt bleiben wollen." Heikel kann es werden, wenn sich ein Angestellter in ungekündigter Position auf eine Chiffre-Anzeige bewirbt, hinter der sich die eigene Firma verbirgt. Die Autorin rät in diesem Fall zu einem gesonderten Umschlag mit Sperrvermerk. Stellenanzeigen verraten nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch die Gestaltung viel über das Unternehmen. Ein nüchterner Stil im Text verlangt nach einer ebenso sachlichen Bewerbung. Alternativ bietet sich eine eigene Stellenanzeige an. Die "positiven" Beispiele, die die Autorin aufführt, sind wenig überzeugend formuliert und nicht repräsentativ. "Abteilungsleiter. Leiter in einem Textilgroßhandel...Das bin ich: 35 Jahre, Volkswirt, in ungekündigter Stellung, langjährige Erfahrung im Einzelhandel und Textilgroßeinkauf, 4 Jahre Auslandserfahrung." Heide Marie Karin Geiss rät, jede Zuschrift auf ein Inserat zu beantworten, weil es sonst "dem Bewerber schaden könnte." Ein Sonderteil widmet sich älteren Stellensuchenden mit einer Checkliste mit sinnvollen Tipps wie "aktuelle Zeugnisse zur Aus- und Fortbildung beilegen, negative Formulierungen, die auf das Alter aufmerksam machen, vermeiden oder verstärkt klein- oder mittelständische Unternehmen kontaktieren." Bei der Form der schriftlichen Bewerbung legt die Autorin enge Regeln bei der Gestaltung fest. Auffallend ist der Rat, die Dokumente in eine schwarze oder weiße Klemmmappe beziehungsweise Schnellhefter zu heften. Auf die inhaltlichen Formulierungen geht die Autorin ausführlich mit positiven und negativen Beispielen für Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schlußformel ein. Ein schlechter letzter Satz höre sich so an: "Mit großer Freude erwarte ich Ihren positiven Bescheid." Besser sei es, sich in dieser Form zu äußern: "Ich freue mich, wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen." Auch der Lebenslauf nimmt in dem Ratgeber großen Raum ein. Die einzelnen Punkte sind aufgeschlüsselt und werden ausführlich erläutert. Unter den Tips finden sich Ratschläge wie "Erklärung häufiger Arbeitsplatzwechsel, keine Vertuschung von Lücken und Schwächen und Vermeidung von Übertreibungen." Nützlich als Vorlage sind die tabellarischen Lebensläufe im Anschluß. Das Kapitel "Das Bewerbungsfoto" bringt nicht viel Neues und auf den Abschnitt "Zeugnisse" hätte aufgrund der Marginalität verzichtet werden können. Die wenigen Beispiele geben nur unzureichend einen Überblick über die Geheimcodes der Personalchefs. Sinnvoll dagegen ist der Unterpunkt "Ausbildungsplatzsuche" mit Hilfen und Mustern von Anschreiben. Alles in allem ein nützlicher Ratgeber, der sehr lesefreundlich gestaltet ist und neue Erkenntnisse vermittelt sowie Bekanntes auffrischt.
Corinna S. Heyn
Heide Marie Karin Geiss, Die schriftliche Bewerbung. 128 Seiten, Broschur. Compact Verlag 1998. Preis: 19,80 DM |
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