| Mit Erfolg zum neuen Job | ||
| Bewerbungshandbücher verraten Tipps und
Tricks für Stellensuchende Absagen verunsichern den Stellensuchenden. Der zu Beginn hoffnungsfrohe Elan erlahmt mit der Zeit, Mutlosigkeit macht sich breit. Dagegen wenden sich professionelle Ratgeber mit Insider-Tipps für gelungene Bewerbungen. Das große Bewerbungspaket von Data Becker liefert nicht nur eine Anzahl von Lebenslauf- und Anschreibemustern, sondern auch 7500 verschiedene Textbausteine auf CD-ROM, die sich zu Lebensläufen oder Bewerbungsschreiben zusammensetzen lassen. Die Autoren Irina und Peter A. Hoppe arbeiten als Personalberater und durchleuchten in ihren Ausführungen immer wieder die Haltung der "anderen" Seite - des potentiellen Arbeitgebers. Es werden nicht nur positive, sondern auch negative Beispiele aufgezählt und entsprechend kommentiert. So seien personalisierte Anreden mit dem genauen Namen unbedingt einer unpersönlichen wie "Sehr geehrter Herr Werbeabteilung" vorzuziehen. Diese Formulierung würde bestenfalls ein schadenfrohes Grinsen nach sich ziehen. Ob sich ein derartiger Fall in der Praxis tatsächlich ereignet hat, wird nicht erwähnt. Der Gestaltung von Lebenslauf, Anschreiben, Blindbewerbung und den Fragen nach dem Gehalt bzw. Eintrittstermin wird viel Gewicht gegeben. Überraschenderweise kommt hingegen das Kapitel Vorstellungsgespräch recht kurz. Auf elf Seiten werden Ratschläge wie: direkten Augenkontakt mit dem Gesprächspartner meiden, Fragen wiederholen, cool bleiben und das Interview als Marktwerttest betrachten, aufgezählt. Das ist aber auch schon alles. Auf die Kleiderfrage gehen die Autoren nur marginal ein. Gepflegte Hände, weder Mund- noch Körpergeruch sowie ein natürliches Aussehen sind die einzigen Empfehlungen, die der Leser erhält. Und: gegen feuchte Hände soll ein Fläschchen Formalin mit fünf Prozent Isopropylalkohol aus der Apotheke helfen.. Wesentlich besser gegliedert ist das Buch "Mit Erfolg bewerben" von Rudolf Merten aus dem Südwest Verlag. Die Gestaltung des gut 200 Seiten starken Bändchens ist sehr gut gelungen, farbige Gliederungspunkte oder Unterlegungen von Text erleichtern das Lesen. Im Gegensatz zu dem Buch von Data Becker erfährt der Leser ausführliche Informationen zum Bewerbungsfoto. Weder Automaten- noch Urlaubsfotos seien angebracht, sondern ein im Fotogeschäft angefertigtes Paßbild in seriöser Kleidung wie Anzug, Bluse oder klassischem Pullover mit lächelndem und gepudertem Gesicht. Ist die erste Hürde über ein gutes Anschreiben zur persönlichen Vorstellung genommen, gibt es einiges zu beachten. Marten zeigt in einer Tabelle, welche Fragen auf den Bewerber zukommen können und was dahintersteckt. Daneben widmet er sich der Anleitung zur psychologischen Selbstmotivation und dem aktiven Rollenspiel vor dem Bewerbungsgespräch, um Nervosität und Angst abzubauen. Auch auf mögliche unfaire Diskussionspunkte geht der Autor ein wie: "Ist das nicht vollkommen unlogisch, was Sie da sagen?" oder "Wenn das jeder täte!", auf die ruhig und sachlich reagiert werden sollte. Das Buch erklärt auch verschiedene Cheftypen und wie man damit umgeht und übersetzt Schlußfloskeln nach dem Vorstellungsgespräch. Bei der Aussage: "Ihr Engagement für den Aufgabenbereich hat uns gefallen", kann sich der Kandidat jedenfalls auf eine Zusage freuen. Corinna S. Heyn
Rudolf Marten, Mit Erfolg bewerben. Verbraucher-Ratgeber mit CD-ROM, Südwest Verlag 1997, Preis: 19,90 DM, 208 Seiten. Irina und Peter A. Hoppe, Das große Bewerbungs-Paket, Data Becker Software mit CD-ROM 1997, Preis: 49,95 DM. Win 95, 335 Seiten. |
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