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Clever agieren im Job
Ein Ratgeber von Birgit Rupprecht-Stroell und Marion Kaminski

Frauen müssen sich im Berufsalltag männlichen Regeln anpassen. Wie dieses Einfügen auf clevere Art und Weise stattfinden kann, dokumentieren die Autorinnen Birgit Rupprecht-Stroell und Marion Kaminski in dem Ratgeber "Fleißige Frauen arbeiten - kluge machen Karriere."

Die Analyse der eigenen weiblichen Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt für die fortlaufenden praxisnahen Ratschläge rund um das Fortkommen im Beruf.

Dabei werden die männlichen Strategien als Grundlage herangezogen, da Männer die Kunst beherrschen, optimale Eigen-PR zu betreiben. Den Autorinnen geht es aber nicht darum, daß Frauen männliche Eigenschaften kopieren, sondern sich vielmehr in die Männerwelt mit Selbstbewußtsein einfügen. Darunter fällt das äußere Erscheinungsbild ebenso wie die gekonnte Kommunikation, die Rhetorik sowie die Formulierung und Durchsetzung beruflicher Ziele.

Das Buch ist in sieben Kapitel gegliedert und mit vielen Zwischenüberschriften übersichtlich gestaltet. Fallbeispiele untermauern die Forderungen der Autorinnen anschaulich. Der Band liest sich leicht und motiviert durch positive Parolen.

Wer im Job weiterkommen will, muß sich nach bestimmten Regeln kleiden. "Als Faustregel können Sie sich merken: starke Hell-dunkel-Kontraste verleihen mehr Autorität, schaffen aber auch mehr Abstand. Helle Outfits mit weniger Kontrasten lassen Sie zugänglicher, verbindlicher und weniger streng erscheinen." Aber auch auf die Art der Kleidung kommt es im Geschäftsleben an. Private Garderobe wie Jogginghosen oder Hanfschuhe, so die Verfasserinnen, können Frauen um ihren wohlverdienten Erfolg bringen. Sie raten zu qualitativ hochwertiger Kleidung, die die Persönlichkeit vorteilhaft unterstreicht. Dazu zählen das Kostüm mit Bluse oder T-Shirt, das Kleid mit passender Jacke sowie Röcke und Blazer.

Zu enge Kleidung, zu große Ohrringe oder zuviel nackte Haut signalisieren wenig Kompetenz und haben im Büro nichts zu suchen.

Neben dem korrekten Äußeren sollten Frauen eine Körpersprache vermeiden, die allzu weiblich oder niedlich ist. "Alle Bewegungen, die Sie optisch schmaler und schlanker machen, .... nehmen Ihnen Präsenz. Alle Bewegungen, die mit kleinen Mädchen assoziiert werden, nehmen Ihnen Kompetenz." Selbst wenn es schwerfällt: die Körpersprache sollte immer positiv und optimistisch wirken, auch wenn einem nicht danach zumute ist.

Für Meetings gilt, eine ebensolche Präsenz wie die Männer zu zeigen. Dazu gehören auch Kommentare, die durchaus witzig sein können. Vor einer zu forschen, männlichen Sprechweise ist aber abzuraten. Heinz Weimann, Personalchef bei der Hoechst AG sieht eine zu burschikose Haltung bei Frauen als aufgesetzt, was sich karrierehemmend auswirken kann.

"Unsere Sprache ist unsere Visitenkarte", konstatieren die Autorinnen. An ihr erkennt das Gegenüber das Niveau, die Bildung und die Identität. Sinnvoll ist es, Fragen zu stellen, um im Beruf weiterzukommen. Rupprecht-Stroell und Kaminski folgern: "Durch gezielte Fragen können wir einen Menschen in die Enge treiben, ... und durch rhetorische Fragen können wir ihn verunsichern." Wer sich in einer Führungsposition befindet, muß aber auch motivieren können. Um das zu lernen, muß herausgefunden werden, was bei den Mitarbeitern ankommt. Viele reagieren positiv auf mehr Gehalt, Lob, Eigenverantwortung oder öffentliche Anerkennung.

Wer bisher noch in keiner leitenden Position ist, sollte aktiv über seine Erfolge sprechen und dem Chef deutlich sagen, wo er/sie hin will. Die weibliche Strategie, abzuwarten, bringt nichts. "Doch wer nicht "hier" schreit, wird übersehen...Männer melden ihre Ansprüche schon lange vor Fälligkeitstermin an."

Birgit Rupprecht-Stroell und Marion Kaminski machen Frauen mit ihrem Buch Mut, aus den typisch weiblichen Strickmustern hinauszutreten und mehr Selbstbewußtsein zu entwickeln. Ein kluger Ratgeber für Karrierefrauen und alle, die es werden wollen.

Corinna S. Heyn

 

Marion Kaminski/Birgit Rupprecht-Stroell, Fleißige Frauen arbeiten - kluge machen Karriere", Langen Müller Verlag 1997, 323 Seiten, Preis: